Austausch - Optimierung - Planung

Das DBT-Netzwerk lebt vom Austausch und der Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam zu verbessern. Genauso wie die Patienten müssen auch wir Therapeuten uns weiterentwickeln und dafür Sorge tragen, dass wir den Spass an unserer Tätigkeit nicht verlieren. Daher ist (neben dem ca. dreimonatigen stationären Block in der HPK und/oder der teilstationären Behandlung in der Tagesklinik Schwerte, dem Skill-Training und der Einzeltherapie) die regelmäßige Intervision der Behandler untereinander ein wichtiger Bestandtel des DBT-Settings. Dazu trifft sich unser Netzwerk in ca 6wöchentlichen Abständen für ca 2 Zeitstunden in den Räumen der TK der HPK in Iserlohn.

Teilnehmer der Intervision sind mindestens je einer der beiden Skilltrainer der ambulanten Skillgruppen, die ambulanten Einzeltherapeuten, der Psychotherapeut der Tagesklinik sowie der Oberarzt und die Psychotherapeutin der Station. Bei besonderen Anliegen oder Fragen, die das stationäre Team betrafen, hat in der Vergangenheit an einzelnen Terminen auch ein Vertreter des Stationsteams teilgenommen.

Inhaltliche Schwerpunkte der Intervisionstreffen sind der Austausch zwischen Skilltrainer und Einzeltherapeut über gemeinsame Patienten, die Besprechung und Optimierung von Abläufen und die Planung neuer Projekte im Netzwerk, sowie die gegenseitige Unterstützung und Beratung im Umgang mit schwierigen Themen und Therapiesituationen.

Der Ablauf der Sitzungen orientiert sich an den gleichen bewährten DBT-Regeln, die auch den Ablauf der (Bezugs-)gruppensitzungen der Patienten regeln: Festlegung je eines Hüters der Zeit und der Dialektik, Beginn mit einer Achtsamkeitsübung, Sammlung von Themenvorschlägen, Entscheidung welche Themen und in welcher Reihenfolge bearbeitet werden sollen, Rückmelderunde. Wichtige Entscheidungen und Termine werden in einem Sitzungsprotokoll festgehalten, das alle Netzwerktherapeuten erhalten. So ist der Informationsfluss auch dann gewährleistet, wenn jemand verhindert ist.

Entsprechend der DBT-Prinzipien wird dabei die Bedeutung einer achtsamen und dialektischen Haltung auch im Umgang der Behandler untereinander betont, um den besonderen Herausforderungen, vor die die Behandlung einer Patientengruppe mit diesem Störungsbild uns Therapeuten immer wieder stellt, gerecht werden zu können.

Zusätzlich findet einmal im Jahr innerhalb des Netzwerks eine mehrtägige Fortbildung statt, an der auch das Pflegeteam der Station teilnimmt.

Die Intervision bedeutet zumindest für die ambulanten Therapeuten unbezahlte zusätzliche Arbeit. Dass die Intervisionsgruppe trotzdem immer gut besucht ist, zeigt, dass wir alle von der Kooperation, dem regen informellen Austausch und der gegenseitigen Unterstützung profitieren.