DBT - Die dialektisch behaviorale Therapie

Die dialektisch .behaviorale Therapie von Borderline– Persönlichkeitsstörungen ist eine Therapieform, die vor über zehn Jahren auf der Basis der Verhaltenstherapie und Einflüssen achtsamkeitbasierter Ansätze von Marsha Linehan entwickelt wurde.

Borderline- Verhaltensweisen werden als Überlebensstrategien und Selbsthilfemöglichkeiten begriffen, die Betroffenen in ihrem Leben entwickelt haben, welche aber auf Dauer mehr schaden als nützen und zum Teil lebensgefährlich sind.

Die DBT geht davon aus, dass BPS – Betroffene sich ändern wollen und lernen können, sich ihrer eigenen Einflussmöglichkeiten bewusst zu werden. Niemand ist Borderline völlig hilflos ausgeliefert. Auch wenn Betroffene ihre Schwierigkeiten nicht selbst verursacht haben, können sie sie trotzdem selbst lösen.

Die DBT wurde zunächst als ambulante Therapieform entwickelt und besteht aus vier verschiedenen Bausteinen:

  • Einzeltherapie
  • Austausch mit anderen Betroffenen im Fertigkeitentraining in der Gruppe (Skillstraining)

  • Intervision
  • Austausch zwischen Gruppen- und Einzeltherapeuten und ev. stationären Behandlern

  • Krisenintervention
  • z.B. telefonischer Kontakt zum Therapeuten in Notfällen

  • Ergänzend kommen nach Bedarf körperliche und /oder pharmakologische
    Behandlungen
    hinzu.
In der gemeinsamen Arbeit lernen Betroffene und Therapeuten ständig dazu - miteinander und voneinander. In der Einzeltherapie geht es zunächst darum, die stabile Seite der Betroffenen zu stärken, um den Boden für die Bearbeitung zugrunde liegender traumatischer Lebenserfahrungen zu bereiten. Viel Wert wird dabei auf das Erlernen „innerer Achtsamkeit“ gelegt. Ziel ist, die Selbstwahrnehmung im Alltag zu erhöhen, Teilnahme und Distanz, Gefühl und Verstand in Einklang zu bringen und wirkungsvolles Handeln zu ermöglichen. Dabei geht die DBT sehr strukturiert vor. Problembereiche werden hierarchisch im Sinne ihrer Dringlichkeit geordnet.

An oberster Stelle stehen dabei suizidale und parasuizidale Verhaltensweisen, gefolgt von therapiegefährdendem Verhalten, Beeinträchtigung der Lebensqualität im Umgang mit Gefühlen und Verbesserung zwischenmenschlicher Kompetenzen.

Voraussetzung für die Bearbeitung traumatischer Erfahrungen im weiteren Therapieverlauf ist, dass die Betroffenen gelernt haben, emotionale Krisen und Spannungszustände durch die gelernten Fertigkeiten selbst zu regulieren. Die Traumabearbeitung erfolgt mittels Techniken aus der kognitiven VT und verschiedenen Expositonsstrategien.